Wir posten. Wir posten nicht. Ein Streit­gespräch.

25.09.2020 | Susanne und Enrico | ∅ 3 min

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Wir telefonieren und sprechen über Social Media: „Wir sollten sichtbar sein für unsere Community“, ist der Knackpunkt. Wie aber können wir das nachhaltig gestalten? Denn Bilder, Videos, Posts sind Daten und das bedeutet CO₂. Wie können wir damit bewusst umgehen, trotz der Logik von Algorithmen?

Susanne: Gestern haben mir wieder zwei Student*innen gesagt, dass wir ohne Insta nicht viele Leute in ihrem Alter erreichen. Aber das bedeutet, immer mehr Bilder hochladen und Storys anlegen. Ich kann mich nicht anfreunden mit diesem Widerspruch. Es werden Millionen pro Tag hochgeladen. Fast wie eine CO₂-Pandemie.

Enrico: Sehe ich auch so. Das können wir nicht machen. Wer eine Currywurst in der Hand hat, dem nimmt man nicht ab, dass er so gut wie nie Fleisch isst.

Susanne sieht sofort so eine Wurst vor sich, die vielen schmeckt: Aber was wäre, wenn wir sagen, dass wir manchmal Fleisch essen? Also, Wichtiges posten und teilen, damit mehr Menschen überlegen können, wie sie digital unterwegs sein wollen?

Enrico: Gute Idee, aber wahrscheinlich vergebene Mühe. Denn der Algorithmus belohnt nur die User, die mit vielen Posts viel Interaktion erzeugen. Ein gelegentlicher Post wird kaum Nutzer*innen erreichen.

Susanne: Vielleicht aber können wir mit knackigen Zitaten oder Fakten überzeugen und posten auf Instagram nur einmal pro Monat. Wenn der dann ein paarmal geteilt wird, lohnt es sich vielleicht doch.

Enrico: Können wir ja testen und in jedes Bild noch einen Hinweis integrieren, der erklärt, warum wir das machen und wieviel CO₂ wir damit schätzungsweise verursachen.

Susanne: Was hältst du davon, wenn wir mit dem Post erklären, dass wir uns an anderer Stelle einschränken, um das CO₂ wieder auszugleichen. Zum Beispiel eine Woche nur noch Fahrrad fahren und komplett auf öffentliche Verkehrsmittel verzichten oder den Fernseher auslassen.

Enrico: Ja, so haben wir gleich den Vergleich und eine Relation für die User. Und wenn unser Ziel ist, eine Community zu unterhalten, machen auch Facebook-Gruppen Sinn. Das Profil dazu könnte ohne Bilder-Posts laufen, denn Links lassen sich auch ohne Grafiken teilen. So können wir auf unseren Blog aufmerksam machen.

Uns geht es nicht richtig gut am Ende des Gesprächs. Das Dilemma bleibt, auch nachdem wir den Nachhaltigkeitsbericht von Facebook 2019 angesehen haben. Doch damit wollen wir Think Digital Green® goes Social Media nicht abhaken. Wir werden genau das tun, was Pioniere machen: Ausprobieren, anders zu sein.

Aber wir freuen uns, wenn du uns teilst, Likes gibst oder kommentierst. Damit wir gemeinsam Think Digital Green® zum Blühen bringen! Du findest uns auf Facebook und LinkedIn - und gelegentlich auf Instagram.

Weiterführende Infos für dich:
∷ Oeko.eu: Das Internet und die Folgen für die Umwelt!
∷ Facebook: Sustainability Report 2019